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Masuren  -  Land der Seen und Wälder
Ein Teil der heutigen Wojwodschaft  Warmia i Mazury  -  Ermland und Masuren



Felder und bunte Sommerwiesen, so weit das Auge reicht, dazu klare, fischreiche Seen und dichte Buchen- und Kiefernwälder. In Masuren im Nordosten Polens ist das Land weit, der Horizont fern.


Eine nahezu unberührte Landschaft aus von Schilf gesäumten Teichen, stillen Mooren und Dörfern, auf deren Dächern etwa 15.000 Weißstorchen-Paare ihre Nester gebaut haben. In den Auen leben Kormorane und Sumpfschildkröten, in den Bäumen nisten Seeadler und Reiher und auf den Wiesen entdeckt man mit einem bißchen Glück Elche und Wisente.
Nicht umsonst wird Masuren als "die grüne Lunge Polens" bezeichnet. Bis vor wenigen Jahren war die Region in erster Linie das Ziel sogenannter "Heimat-Touristen", Männer und Frauen, die ihre Jugend hier verbracht haben oder deren Eltern und Großeltern im ehemaligen Ostpreußen geboren sind. Doch mittlerweile reisen immer mehr Individual-
Sonnenuntergang an der Masurischen Seenplatte
Touristen in die Region zwischen Weichsel, Russland und Litauen. Es sind Urlauber, die Ruhe und unverbrauchte Natur suchen - und auch finden.
Viele steigen in Nikolaiken (Mikolajky) im Herzen der Großen Masurischen Seenplatte mit ihren über 3300 Seen ab. Das Städtchen liegt direkt am Spirdingsee, dem mit rund 115 qkm größten See Polens. In dem 250 Jahre alten "Masurischen Venedig" gibt es kaum Verkehr, Fußgänger und Radfahrer beherrschen die Altstadt. Links und rechts der Gehwege reihen sich restaurierte Fachwerkhäuser und Villen, Bernstein- und Silberschmuckgeschäfte aneinander. Nikolaiken ist ein Eldorado für Wassersportler: Im Hafen dümpeln Tret- und Segelboote, Wasserskier und Surfbretter stehen bereit. Wer nicht zu einer Paddeltour im Kanu oder Kajak aufbrechen will, kann mit der "Weißen Flotte" über die Seenplatte kreuzen.

Ländliche Gastfreundschaft

Der masurische Alltag lässt sich am ursprünglichsten in den um die Seen verstreuten Dörfern erleben. Hier bestellt der Bauer sein Feld noch mit Ackergaul und Pflug, Enten und Gänse watscheln über die Höfe,  Geranien und Margeriten blühen in den Gärten. Oft fährt man fast eine halbe Stunde, ehe das nächste Dorf oder auch ein ehemals herrschaftlicher Gutshof auftauchen.
Auf dem Land ist die Gastfreundschaft der Masuren noch immer sprichwörtlich. Zum Abendbrot biegen sich die Tische vor Frikadellen, Dillkartoffeln, Roter Beete, Karotten- und Krautsalaten. Oft ist auch das Nationalgericht Bigos dabei, in Sauerkraut gedünstetes Fleisch.


Zurück in der Stadt:

Allenstein (Olsztyn) ist mit 180.000 Einwohnern die größte der Provinz. Restaurierte Fachwerk- und Jugendstilhäuser, mächtige Backsteinkirchen und der von Arkaden gesäumte Marktplatz machen sie zu einer der schönsten ganz Nordpolens.
 Auf der Flaniermeile Staromiejska  haben  zahlreiche  Geschäfte und Cafés  eröffnet, die oft von Studenten der neu  gegründeten  Universität  bevölkert  werden. Im trutzigen gotischen Schloss ist dem berühmtesten Sohn der Stadt, dem Astronomen Nikolaus Kopernikus ("...und sie dreht sich doch!"), eine ständige Ausstellung gewidmet. Ob im Hotel oder Restaurant, die Preise sind erfreulich niedrig. Ein Fischgericht (frischer Hecht oder Zander) kostet umgerechnet sieben bis acht Euro, Bier oder Limo etwa 80 Cent. Eine Übernachtung in einer Pension mit Frühstück ist schon für 15 bis 25 Euro zu haben.Zum Frühstück gibts reichlich Wurst und Käse, auf Wunsch auch Palatschinken und Kaviar.

Auf den Spuren der Pilger
Gut 20 km und endlose Buchen- und Birkenalleen weiter erhebt sich auf einer Waldlichtung Masurens wichtigste Pilgerstätte. Der Legende nach soll hier einem zu Tode Verurteilten die Mutter Gottes erschienen sein. Er schnitzte ihr Ebenbild in ein Holzstück, das seine Richter so beeindruckte, dass sie den Mann frei ließen. Das Bildnis hängte er darauf an eine Linde, in deren Nachbarschaft Jesuiten dann das berühmte Kloster errichteten: safrangelb, barock verziert. Heutzutage ziehen 1,5 Millionen Pilger alljährlich nach Swieta Lipka (Heilige Linde).

In der Nähe des Mauersees liegt eine Touristenattraktion, die zwiespältige Gefühle weckt: die "Wolfsschanze" in Görlitz (Gierloz), das ehemalige Hitler-Hauptquartier. In der damals geheim gehaltenen Festungsstadt inmitten von Wäldern und Seen wohnte Adolf Hitler von 1941 bis 1944 hinter acht Meter dicken Betonwänden. Besucher durchstreifen eine 2 qkm große Ruinenlandschaft mit gesprengten Bunkern und rostigen Stahlkorsetten, vieles mittlerweile von Moos und Pilz überwuchert.

Kloster Swieta Lipka

Anzuschauen gäbe es noch Vieles:
Steinort und Lötzen mit ihren Festungen, das Freilichtmuseum von Hohenstein, die Altstädte von Sensburg und Graudenz. Doch immer wieder ist es die Natur, die fasziniert. Im Wildreservat von Sl
onsk (Vögel und Fledermäuse), in den Naturparks an der weißrussischen Grenze oder einfach während einer Paddeltour auf der Krutinna
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