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ZUCK

BAIKAL-REGION  -  TRANSBAJKAL
Das südliche Sibirien mit dem tiefsten Süßwassersee der Erde


Diese russische Landschaft liegt im südlichen Sibirien rund um den Bajkalsee und reicht im Osten bis zum Argun an der Grenze zu China und im Nordosten zur Oljokma. Im Norden wird es vom Nordbajkal- und vom Patom-Bergland begrenzt, im Süden von der Grenze zur Mongolei. Die charakteristisch von Südwest nach Nordost verlaufenden Mittelgebirge dieser Region erreichen Höhen zwischen 1200 und 1800 m ü.M., einzelne Gipfel über 2500 bis knapp 3000 m. Die Gebirge sind durch weite Senken und Plateaux voneinander getrennt, wobei die Gebirge von einer weitgehend aus Lärchen bestehenden Taiga bis zur Höhe zwischen 1400 m im Norden und 1800 m im Süden bedeckt sind, die Senken und Tallandschaften mit Kurzgras-Steppe. Diese Landschaft trägt den russischen Namen Zabajkalje (hinter dem Bajkalsee). Die Randgebirge des Bajkalsees werden als Pribajkalje bezeichnet (vor der Bajkalsee).

          NACH OBEN

Politisch teilt man Transbajkal in verschiedene Verwaltungsbezirke und autonome Gebiete sowie die Republik Burjatien ein. Westlich des Bajkalsees befindet sich der weit nach Norden und Nordosten reichende IRKUTSKAJA OBLAST mit der Hauptstadt Irkutsk. Im südlichen Bereich, etwas nördlich von Irkutsk, befindet sich das Autonome Gebiet UST-ORDYN BURJATIJA, östlich des Sees und im Süden und Südwesten bis zur mongolischen Grenze schließt sich die Republik BURJATIJA mit der Hauptstadt Ulan-Ude an. Weiter östlich und nordöstlich folgt noch der Verwaltungs-Bezirk TSCHITINSKAJA OBLAST mit der Hauptstadt TSCHITA, in der Mitte dessen südlicher Hälfte sich ein weiteres autonomes Gebiet befindet: AGHIN BURJATIJA.

Wirtschaftlich ist das Land an die Holzwirtschaft in den weiten Waldgebieten (Taiga) und den bereits ins 17. Jahrhundert zurückreichenden Bergbau mit reichen Bodenschätzen, sowie  bei den großen Städten an die Schwerindustrie aus der Sowjetzeit gebunden. Im Norden finden sich große Erdgasvorkommen und am Witim auch Gold. Die Jagd auf Zobel war früher ein lohnender Wirtschaftszweig, heute sind die Tiere weitgehend geschützt. Durch das Holzaufkommen konnte sich vor allem am Südrand des Bajkalsees eine ausgedehnte Zellulose- und Papier-Industrie entwickeln.
In neuerer Zeit ist in den Industrie-Zentren um die größeren Städte Sibiriens ein stetes Anwachsen von Industriezweigen modernster Technologien zu beobachten, die sich nicht hinter der Technologie westlicher Provenienz zu verstecken brauchen. Hervorzuheben ist besonders die Nuklear- und die Raumfahrt-Industrie in den sogenannten und für Ausländer gesperrten "Verbotenen Städten" mit aller Zuliefer-Industrie in den übrigen Gebieten. Es sind dies - abgesehen von der begrifflich generell negativ besetzten Atom-Industrie - hoffnungsvolle Ansätze einer Entwicklung, die jedoch noch Jahrzehnte dauern wird, um in diesem weiten Land wieder die Grundlagen für einen gewissen Wohlstand zu schaffen.

Arbeitskräfte waren früher reichlich vorhanden, als
ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Zaren ihre Sträflinge (oftmals wegen Bagatellstraftaten) hierher in die Verbannung schickten, und viele aufgrund der katastrophalen Arbeitsbedingungen elend umkamen. Auch viele politische Sträflinge waren hier, wovon im 19. Jahrhundert die Dekabristen die bekanntesten waren, und im 20. Jahrhundert die meisten der späteren bolschewistischen Spitzenfunktionäre auf dem Weg zur Karriere einen Umweg über Sibirien nehmen mußten. Später zur Sowjetzeit waren zusätzlich noch viele übriggebliebene internationale Legionäre der Revolutionszeit (dem Großen Sibirischen Krieg 1917-1921) sowie Krieggefangene aus beiden Weltkriegen und die aufgrund stalinscher Willkür umgesiedelten Völkerschaften aus Mittelrußland, Krim, Ukraine und den Kaukasus-Staaten  willkommene  Arbeitskräfte  in  der damals aufstrebenden Industrie, die sich weitgehend  auf  die  heutigen sibirischen  Millionenstädte konzentrierte. 
Heute ist diese Praxis im allgemeinen beendet, aber die Millionenbevölkerung der großen Städte findet keine Arbeit mehr, da die finanzielle Ausstattung dieses Landes nicht zuläßt, die Leute, die hier arbeiten müssen oder wollen, ausreichend zu entlohnen. Als Folge hat sich in den Einzugsbereichen der großen städtischen Industriezentren Sibiriens eine hohe Arbeitslosigkeit mit z.T. extremer Armut entwickelt. Die Landwirtschaft hat ebenfalls kaum eine Chance sich neu zu orientieren, da aufgrund des etwa 6 Monate dauernden, sehr strengen Winters in Verbindung mit den Folgen der Kolchosenwirtschaft der totalitären Zeit alle eigenständigen Initiativen zum Erliegen gekommen waren. Selbst die Nomadenwirtschaft (Viehzucht) der Burjaten und Ewenken (Tungusen) auf den Kurzgras-Steppen in Transbajkal existiert fast nicht mehr.

Aktuell ist die Quelle einer etwas prosperierenden Wirtschaft die zunehmende Touristik, die sich aber auch nur auf spezielle Punkte konzentriert, da das Land verkehrsmäßig sehr unterentwickelt und straßenmäßig nur gering ausgestattet ist. Erst seit 2003 ist  z.B. die einzige durchgehende Fernstraßenverbindung (von Westen her die Fernstraße M 52, ab Irkutsk M 55, ab Tschita die Amur-Fernstraße) nach Fernost bis zum Pazifik befahrbar (?!).

Die nähere Umgebung der großen Städte und Industriegebiete läßt sich mit Bus und Auto befahren, aber
nach wie vor ist der Hauptverkehrsträger die Bahn: die Transsibirische Eisenbahn (Transsib) im Süden (Moskau  - Wladiwostok bzw. - Peking), die in Transbajkalien die wichtigsten Städte miteinander verbindet (Streckenlänge 9.288 km), und die Bajkal-Amur-Magistrale (BAM) im Norden des Bajkalsees, bei deren Bau erst die gesamte Infrastruktur samt Besiedlung und nachfolgender Industrie geschaffen werden mußte. Letztere ist seit 2001 nach dem Durchstich des letzten Tunnels endgültig fertiggestellt. Immerhin ist sie bis zum Pazifik einige hundert Kilometer kürzer als die Transsib. Sie soll "irgendwann" einmal mit einem Tunnel bis zur Pazifikinsel Sachalin geführt werden, um von dort aus Japan an das kontinentale Schienennetz anzuschließen.
 
Im Winter wird die tiefgefrorene Eisdecke des Sees genutzt, mit Lastwagen und Bussen die Ost- und Westseite des Sees verkehrsmäßig zu verbinden. Sogar die Bahn wurde in den Anfangsjahren der Transsib vor etwa 100 Jahren (1898-1904) über den tief vereisten Bajkalsee geführt, da die sommers als Eisenbahn-Fähren eingesetzten Trajektschiffe (sie waren als Eisbrecher gebaut und wurden bis weit in den Winter hinein eingesetzt) zwischen der Station Bajkal am Angara-Abfluß und dem Hafen Wydrino an der Ostseite bei zu starker Vereisung des Sees nicht verkehren konnten. Aus Sicherheitsgründen wurden die Waggons aber nicht von den zu schweren Lokomotiven sondern einzeln von Pferden über den See gezogen.
1902 wurde nach jahrelanger Planung der Bau der Seeuferbahn um die Südspitze des Bajkalsees begonnen. Italienische und albanische Tunnel- und Brückenbauer - seinerzeit die weltbesten Fachleute - bauten in zwei Jahren  - bis 1904 - 
an der 94 km langen Strecke von Bajkal am Westufer nach Westen bis zur Süd-Spitze des Bajkalsees bei Sludjanka die 39 Tunnels und 440 Brücken sowie die unzähligen Stützmauern dieses Streckenabschnitts. Hierbei wurde das erste Mal im Tunnelbau an den 6 längsten Tunnels dieser Strecke elektrische Energie zum Betrieb der Maschinen eingesetzt. Wegen der Wirtschaftsblockade der westlichen Landesteile Rußlands am Beginn des Weltkriegs I im Jahre 1914 mußte der Transportweg zur Versorgung des Reiches vom Pazifik her geschaffen und im Eiltempo der zweigleisige Ausbau der Seeuferbahn durchgeführt werden. 1915 wurde dieses Vorhaben fertig gestellt.
 
Etwa 35 Jahre später wurde die direkte Strecke von Irkutsk zur Südspitze des Sees gebaut und damit ca. 100 km Wegstrecke eingespart. Mit dieser Neubaustrecke
wird der gebirgigste Teil der Strecke überwunden, und mit dem Scheitelpunkt von 945 m ü.M. beim Haltepunkt Kepradi wird der höchste Punkt der Gesamtstrecke überquert. Von dort aus fährt der Zug über die sog. "Große Schlinge" auf einer atemberaubenden Gefällstecke zum Seeufer hinab. Bei Strecken-Kilometer 5.293 wird der Bajkalsee erreicht. Die 60 Kilometer lange frühere Bahnstrecke zwischen Irkutsk und Bajkal entlang der Unteren Angara mußte 1956 aufgegeben werden, da sie überflutet wurde, als man die Angara am Irkutsker Stadtrand aufstaute.
Die Bahn zwischen Sludjanka am Südufer des Sees bis zum Ausgangspunkt Bajkal an der Unteren Angara wird heute als Historische Lokalbahn
(Krugobajkalskaja Želesnaja Doroga) betrieben, führt auf der ganzen Länge durch den Cisbajkal-Nationalpark und ist eine Touristen-Attraktion. Diese Strecke wurde als die "Goldene Gürtelschnalle der Transsib" bezeichnet, da sie seinerzeit den westlichen und den östlichen Streckenabschnitt der Transsib verband. Eisenbahn-Fans aus aller Welt finden sich hier zahlreich ein, um das inzwischen hundertjährige technische Wunderwerk anzuschauen. Die reguläre Bahnlinie verkehrt alle zwei Tage - mit einer Reisegeschwindigkeit von 20 km/h - und ist die einzige Versorgungsmöglichkeit für die Ufergemeinden in diesem Bereich des Bajkalsees.
Für die Touristen verkehrt ein etwas modernerer Triebwagen, der öfter und auch bißchen schneller fährt. Aber die Touristen bleiben nicht in den Ufergemeinden, sie landen auf der anderen Seite der Angara in Listwjanka, wo eine geschäftstüchtige Bürgermeisterin - Tatjana Kasakowa - ein nachts bonbonfarben illuminiertes Hotelhochhaus errichten ließ, das gleichzeitig einen Leuchtturm trägt.  (Anmerkung: Hier läßt sie in den nächsten Jahren eine Sonderwirtschaftszone mit dem Namen "Baikal-City" entstehen, wo man dann in Casinos und teuren Hotels sein Geld liegen lassen kann !)
Eines der Trajektschiffe aus der Anfangszeit der Transsib ist heute noch im Irkutsker Hafen zu besichtigen. In ihm ist das Museum der Bajkal-Schiffahrt untergebracht.

Auf dem Bajkalsee gibt es im Sommerhalbjahr einen
Schiffslinienverkehr. Auch Kreuzfahrten über 1-2 Wochen werden in den letzten Jahren immer häufiger angeboten.

Daß hier alles sehr viel langsamer geht als woanders, hat auch seine Vorteile, denn damit kann sich z.B. ein aktiver Naturschutz entwickeln, dessen größeres Handicap die leider fehlenden Finanzen sind, und weshalb die Aktivisten oft auf ihr Improvisationstalent bauen müssen. Trotzdem wurden schon einige vielversprechende Ansätze verwirklicht, u.a. mit dem 2.482 km² großen Zobel-Schutzgebiet im Barguzin-Gebirge, immerhin gilt der See mit seinen Randgebirgen weithin als Nationalpark und Schutzgebiet verschiedener Stufen. Das hat seine Notwendigkeit in der Tatsache, daß der Bajkalsee einer der größten Süßwasserseen der Welt ist, auch wohl der fischreichste, sicher aber der tiefste Binnensee überhaupt. Seine Umwelt weist eine einzigartige Flora und Fauna auf: Etwa zwei Drittel der insgesamt 2.500 Tier- und Pflanzenarten sind endemisch, d.h. sie kommen ausschließlich hier vor. Zum Beispiel lebt hier die einzige Süßwasser-Robbe der Welt, die Nerpa (Baikalrobbe), der Omul, eine Lachsart, oder der Golomjanka, ein Fettfisch, der am tiefsten lebende Süßwasserfisch der Erde.
Diesen Tatsachen hat die UNESCO Rechnung getragen: Der Bajkalsee wurde 1996 als Weltnaturerbe anerkannt.

In den letzten Jahren - aktuell seit 1998 - entstand eine Initiative, die einen Rundwanderweg um den gesamten See baut. Dieser Weg ist auf einer Länge von rund 1.800 Km projektiert und derzeit bereits auf ca. 300 km Länge in verschiedenen Abschnitten begehbar. Er verläuft streckenweise auch entlang der alten Bajkalbahn-Strecke. Jedes Jahr in den Sommermonaten werden unter Aufsicht der staatlichen Forstverwaltung von freiwilligen internationalen Arbeitsgruppen größere Abschnitte des Wege-Systems gebaut bzw. - soweit schon Teile eines Weges vorhanden waren - repariert.

Die vorgenannte Papierindustrie bei Bajkalsk am Südufer des Sees ist das größte Hindernis eines erfolgreichen Schutzes dieser einzigartigen Landschaft, ihre Abwässer gelangen nach wie vor ungeklärt in den See, der damit langsam aber stetig immer mehr versalzt. Desgleichen werden über die Selenga, den größten Zufluß, erhebliche Verschmutzungen von den Zellulosewerken bei Selenginsk zugeführt. Seit der Anerkennung durch die UNESCO wird die Möglichkeit diskutiert, diese sehr wichtige Industrie mit modernen Technologien in einen Zustand zu versetzen, der es möglich macht, sie in diesem Gebiet ohne weitere Schädigung der natürlichen Umgebung zu betreiben.

Die vor einigen Jahren projektierte Erdöl-Pipeline, die am Nordufer des Sees in nur 800 m Entfernung vom Seeufer entlang führen sollte, ist vom Tisch. Diese Gefahr ist also erstmal gebannt. Was sich allerdings Politik und staatlicher Dirigismus zu diesem Thema noch einfallen lassen, steht derzeit in den Sternen.

Einige Daten zum Bajkalsee / Ozero Bajkal  - eine Sammlung der Superlative :

er liegt ca. 5.500 km östlich von Moskau und 3700 km ostwärts  der Grenze zu Europa,

ist  728 km  lang (von Südwesten bis Nordosten in der Seemitte gemessen) und an seiner breitesten Stelle etwa 82 km breit, durchschnittlich aber ca. 48 km. Er hat 22 Inseln.

Die Olkhon-Insel ist die größte, 72 Km lang, bis ca.15 km breit und bis 1276 m hoch. Die Höhendifferenz zur in der Nähe liegenden tiefsten Stelle des Sees beträgt 2564 m.

Die Meereshöhe des Seespiegels beträgt 455 m, seine Fläche 31.494 km², seine maximale Tiefe 1743 m, der Wasserinhalt ca. 23.000 km³, entsprechend dem Inhalt der fünf Großen nordamerikanischen Seen oder 460 mal dem Inhalt des süddeutschen Bodensees, etwa 20 %  = 1 Fünftel der gesamten Süßwasser-Reserve der Welt.  Das Wasser hat mit Ausnahme der industrienahen Bereiche Trinkwasserqualität. Von mehreren Heilwasserproduzenten wird Wasser aus 100 bis 400 m Tiefe gepumpt und in Flaschen abgefüllt.

Der See wird von 336 Zuflüssen gespeist, wovon die aus der Mongolei zufließende 1467 km lange
Selenga, sowie Chikoy, Khiloh, Uda, Barguzin und Obere Angara die 6 größten sind. Das Einzugsgebiet des Sees umfasst mit allen Zuflüssen 1.487.480 km², weit mehr als die  vierfache Größe der BRD. Außerdem befinden sich am Seegrund mehrere sehr ergiebige Thermalquellen.

Die Wassertemperatur des Bajkal liegt im Sommer bei 9-12 Grad im offenen Wasser, in den flacheren Küstengebieten auch etwas darüber, die mittlere Jahres-Temperatur beträgt 7 Grad. Das Baden überlassen Sie hier also besser den Fischen; es ist lediglich im etwas wärmeren Kleinen Meer zwischen der Insel Olkhon und dem Westufer möglich und in einigen Buchten an der Ostseite, wo sich ebenfalls sommerlicher Badetourismus entwickelte. Die winterliche Eisdecke hat eine Dicke von durchschnittlich 90 cm, lediglich an einzelnen Stellen über im See entspringenden heißen Quellen bleiben unvereiste Abschnitte.

Das 546 km² große Selenga-Delta reicht etwa 15 km in den See, der an dieser Stelle durch die mitgeführten Sedimentstoffe 870 m hoch aufgefüllt wurde.

Der Abfluß erfolgt über die Untere Angara bei Irkutsk nach Westen, die auch im Winter dort nicht zufriert (es fließt wärmeres Tiefenwasser ab), obwohl diese Region zu den kältesten Gebieten der Erde zählt; sie speist mehrere Stauseen mit einer der weltgrößten hydroelektrischen Anlage, und entwässert die Bajkal-Region über den Jenissej zum Nordmeer.

Flora und Fauna sind mit ca. 2.500 Arten vertreten. Davon sind etwa zwei Drittel endemische Arten, die ausschließlich in der Bajkal-Region vorkommen, beispielsweise
die einzige Süßwasser-Robbe der Welt, die Nerpa (Baikalrobbe), - dabei auch mehrere Arten, die zu den ältesten der Welt zählen, z.B. der am tiefsten lebende Süßwasserfisch der Erde, der Gomoljanka.

Das Alter des Bajkalsees beträgt ca. 25-30 Millionen Jahre, er ist vermutlich der älteste heute noch existierende See der geologischen Weltgeschichte.

Die Sediment-Ablagerungen in der etwa 1.600 km langen geologischen Grabensenke, dem Baikal-Rift an der Verschiebungskante der eurasischen und der amurischen Platte, sind etwa 9 km tief, der Bajkalsee erreicht davon "nur" 1.743 m Tiefe. Damit befindet sich unter dem tiefsten See der Erde auch deren tiefste Kryptodepression. Der Zwischenraum der tektonische Platten vergrößert sich jährlich um zwei Zentimeter und ist seismisch sehr aktiv, kleinere Erdbeben sind an der Tagesordung.

Der See ist rundum von Gebirgen umgeben, Primorskij-Gebirge im Südwesten, Bajkalgebirge - auch "Bärengebirge" genannt - im Westen und Nordwesten, Chamar-Daban-Gebirge im Süden, Ulan-Burgassy-Gebirge im Südosten und Barguzingebirge auf der Ostseite. Er wird fast komplett als National-Park ausgewiesen und ist seit 1996 in das Verzeichnis des Weltnaturerbes der UNESCO eingetragen. Im Grenzgebiet zur Mongolischen Republik liegt nach Westen zu das Ost-Sayan-Gebirge mit dem höchsten Gipfel Sibiriens, dem Munku Sardyk, 3492 m hoch. Er liegt fast genau 250 km westlich der Südspitze des Bajkalsees auf der Grenze zur Mongolei.

Etwa an der Hälfte des Westufers des Bajkalsees, 40 km vom See entfernt, am westlichen Hang des Bajkal-Gebirges, entspringt auf einer Höhe von 930 m die Lena, mit rund 4400 km Sibiriens längster Fluß. Sie fließt zum Nordmeer und endet bei Tiksi in einem riesigen Delta.

Literarisch findet sich bei Karl May als Band 63 seiner Sammlung der unterhaltsame Titel  "Zobeljäger und Kosak", in dem die zaristische Verwaltung
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Gebiet um Werchne-Udinsk (heute Ulan-Ude, Haupstadt der Republik Burjatien) ad absurdum geführt wird.

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hier können Sie sich über Aktivitäten zur Förderung der Bajkalsee-Region und über eine Teilnahme an solchen Aktivitäten informieren
Die Burjatische Republik Das Zentralgebiet der burjatisch-mogolischen Besiedlung in Transbajkalien
Reise-Portal für Rußland www.vostok.de
Transsibirische Eisenbahn eine deutsche Site   und   eine russische Site
Wikipedia - offene Enzyklopädie
http://de.wikipedia.org/wiki/Transsibirische_Eisenbahn

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